Daressalam nach Bagamoyo — Das Ende der Karawanenstraße
Die neunzigminütige Fahrt von Dar auf der Küstenstraße vollzieht einen allmählichen Übergang — von der Stadtausdehnung über Fischersiedlungen zu von Palmen gesäumten Abschnitten, wo der Indische Ozean zwischen den Bäumen sichtbar wird. Bagamoyo ist kein Ferienort. Seine Uferpromenade trägt das Gewicht von Dingen, die auf den ersten Blick nicht mehr sichtbar sind: der Sklavenhandel, der koloniale Moment, Jahrhunderte des Handels im Indischen Ozean. Die Wanderung beginnt am Hafen, wo Zanzibar fünfunddreißig Kilometer nördlich sichtbar ist. Der Karawanen-Serai in der Nähe der Uferpromenade — dicke Korallenstein-Mauern, gewölbter Innenhof — war der letzte Sammelpunkt vor der Einschiffung. Der Guide vermittelt die Arithmetik und Geografie des Handels ohne Sentimentalität. Es folgt das Kolonialviertel: deutsche Verwaltungsgebäude aus den Jahren 1888-1891 aus Korallensteinbau, die die Verwaltung selbst überdauert haben. Der Gebäudekomplex der Holy Ghost Mission, der heute das Arts College beherbergt, bewahrt seine Kirche von 1872 und einen ummauerten Missionarsfriedhof. Livingstones Leichnam ruhte 1874 hier, bevor er nach Zanzibar überführt wurde. Am Nachmittag geht es zu den Ruinen von Kaole, zwei Kilometer südlich. Eine Shirazi-Moschee aus dem 14. Jahrhundert steht dachlos, aber bis zur Hüfthöhe intakt, ihre Mihrab noch immer nach Mekka ausgerichtet, Korallensteinblöcke ohne Mörtel zusammengefügt. Der umliegende Friedhof birgt behauene Gräber, deren arabische Inschriften von sechs Jahrhunderten salziger Meeresluft abgetragen sind — noch immer lesbar, noch immer die Namen der Händler tragend, die diese Siedlung errichteten, bevor die Portugiesen ihre Welt zerstörten. Abend an der Uferpromenade, wenn Fischerboote im späten Nachmittagslicht zurückkehren.
Aktivitäten
Bagamoyo





