Arusha nach Ndutu — Erster Nachmittag auf den Kalbungsebenen
Der einstündige Flug von Arusha setzt Sie ohne Umstände und ohne den fünfstündigen Straßentransfer, den Landreisen auf sich nehmen müssen, in Ndutu ab. Unter dem Flugzeug verändert sich die Landschaft mit der Höhe: die kaffeegrünen Hänge oberhalb von Arusha, die blasse Massai-Steppe, dann das Hochland der NCA — der Rand des Ngorongoro als schattiger Halbmond im Norden — und schließlich die weiten vulkanischen Ebenen der südlichen Serengeti, die sich zum Horizont hin ausbreiten. Ist die Kalbungssaison in vollem Gange, sind die Herden schon aus der Luft als Textur sichtbar: Flecken der Graslandschaft, die sich mit der Bewegung von Hunderttausenden von Tieren verschieben und atmen. Am Flugfeld von Ndutu wartet bereits Ihr Guide. Der Transfer zum Camp dauert nur wenige Minuten. Sie sind sofort im Busch, und die erste Nachmittagsfahrt gehört zu den verwirrendsten Safari-Erlebnissen, die es irgendwo in Afrika gibt: Die schiere Menge an Leben auf den kurzgrasigen Ebenen zur Kalbungszeit erfordert eine völlige Neukalibrierung des Maßstabs. Es gibt keinen einzelnen dramatischen Moment, auf den man zusteuert — das Drama ist kontinuierlich und allgegenwärtig. Gnus in einer Zahl, bei der individuelles Zählen bedeutungslos wird. Neugeborene Kälber auf wackligen Beinen, die innerhalb weniger Minuten nach der Geburt ihre ersten Schritte machen. Weibliche Gnus, die mitten in der Herde kalben, sich innerhalb von zehn Minuten erheben, das Kalb bereits säugend. Geparden in mittlerer Entfernung, die dieselbe Landschaft lesen wie Ihr Guide und dieselben Chancen kalkulieren. Auf die Nachmittagsfahrt folgt der Sundowner — eine Pause an einem Aussichtspunkt, an dem sich die Ebenen in alle Richtungen ausbreiten, das Licht wird bernsteinfarben und dann rosa über dem kurzgrasigen Meer, eine Giraffengruppe zeichnet sich am Waldrand als Silhouette ab. Zum Camp geht es auf kurzem Weg zurück über die offene Ebene.
Aktivitäten
Serengeti

















